Die Jastorfkultur bildete zwischen etwa 100 v. Chr. und 200 n. Chr. Siedlungsschwerpunkte im Berliner Raum, am Rand des Barnim, an der mittleren Oder, in Ostbrandenburg, am Spreewald und in der Niederlausitz. Mit der älteren Römischen Kaiserzeit begann durch römische Autoren die schriftliche Überlieferung, in der erstmals Namen germanischer Stämme genannt wurden. Danach siedelten östlich der Elbe die Sueben, ein germanischer Stammesverband; zu ihnen gehörten die Semnonen östlich der mittleren Elbe, vermutlich bis zur Oder, während östlich die Burgunden, westlich die Langobarden und südwestlich die Hermunduren lebten. Die Semnonen gelten als Kernstamm der Sueben und könnten mit der Mittelelbe Havel Gruppe der Jastorfkultur zusammenhängen. Sie lebten in großen Wohnstallhäusern mit dem Vieh unter einem Dach, betrieben Ackerbau und Viehzucht, brannten Kalk und verhütteten Raseneisenstein, aus dem sie unter anderem eiserne Pflugscharen herstellten.